Mit dem Túnel kam die Wende

Zunächst mal wieder die Chronisten-Pflicht: Die Belgier gewannen in einer sehr torreichen Partie 5:2 gegen Tunesien (Foulelfmeter in der 6. Minute durch Eden Hazard verwandelt, 2:0 Lukaku (16.), 2:1 Bronn (18.), 3:1 Lukaku (45.), 4:1 Hazard (51.), 5:1 Batshuayi (90.) und 5:2 Khazri (90.)). Belgien kam damit seiner Favoritenrolle gerecht, und auch Mexiko hat erwartungsgemäß Südkorea 2:1 geschlagen:Vela (26., Handelfmeter), Chicharito (66.) und Son (90.) erzielten die Tore.

Und dann kam Deutschland gegen Schweden: David Hasselhoff war im Gegensatz zu den deutschen Fans sehr optimistisch:

Die schwedischen Fans hingegen waren sehr nervös:

Bundestrainer Jogi Löw nahm einige Veränderungen gegenüber dem Mexiko-Spiel vor, so dass erstmals seit 2010 alle Nationalspieler die Hymne mitgesungen haben. Und zunächst war Hasselhoffs Optimismus berechtigt, ähnlich wie Serbien gegen die Schweiz startete Deutschland in den ersten zehn Minuten ein Feuerwerk (mehrmaliges Zitat des Kommentators Tom Bartels: “Das können die Schweden nicht verhindern”), doch nach einem Schnitzer von Antonio Rüdiger in der zwölften Minute, der fast zu einem Gegentor führte bzw. einen Elfmeter nach Foul von Jerome Boateng an Marcus Berg zur Folge hätte haben können, war es erstmal vorbei mit der Herrlichkeit. Und so führte ein erneuter Fehlpass des ansonsten sehr ballsicheren Toni Kroos zur schwedischen Führung durch Ola Toivonen (32. Minute). So blieb es – aus deutscher Sicht etwas glücklich – bis zur Halbzeit, und ein deutsches Vorrundenaus war zum Greifen nah. Es musste sich etwas in der zweiten Hälfte ändern, und so habe ich auch zu einer Maßnahme gegriffen – eine Flasche Túnel, die bereits bei der letzten WM Glück gebracht hatte, wurde in der Halbzeitpause (auch ohne deutsches Tor) geöffnet:

Diese Notfallmaßnahme trug zum Glück gleich Früchte, neben der taktischen Maßnahme des Bundestrainers, Timo Werner auf die linke Seite zu beordern; bereits in der 48. Minute fiel über diese linke Seite der Ausgleich durch Marco Reus. Das nächste Glas Túnel war fällig. Deutschland war von nun an wieder am Drücker, blieb aber bei Kontern verwundbar. Ein weiterer Treffer sollte erstmal nicht fallen, und das 1:1 war eigentlich zu wenig fürs Weiterkommen. Also was tun?

Gesagt, getan. Allerdings musste Jerome Boateng nach einem Foul an Marcus Berg in der 82. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Und doch blieb der deutschen Mannschaft die letzte Szene des Spiels vorbehalten: In der 95. Minute zimmerte Toni Kroos einen Traumfreistoß unhaltbar in das schwedische Tor – 2:1 für Deutschland! Nach dem Abpfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr, und es ist nochmal ordentlich Túnel geflossen.

Die Feierlichkeiten am Nürnberger Plärrer hielten sich allerdings noch in Grenzen, offenbar wurde der Ring ab Hauptbahnhof gesperrt, so dass nachher keine Autokorsos mehr durchkamen. Das sollte der Stimmung aber keinen Abbruch leisten, ist spielte Youtube-Fußball-DJ, und so liefen einige Klassiker von “Fußball ist unser Leben”, “Wir sind schon auf dem Brenner” bis hin zu “Un estate italiana” und “Zeit, dass sich was dreht”. Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Abend (auch wenn mein Spieltipp 1:1 war und mir somit wertvolle Punkte bei diversen Tippspielen entgangen sind – aber das ließ sich verschmerzen)!

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