Es ist vorbei, bye, bye Junimond…

Elf Bratwürste müsst Ihr sein...

Das war’s für “Die Mannschaft”: Nach einer völlig blutleeren Vorstellung ist es dem amtierenden Weltmeister tatsächlich gelungen, als Gruppenletzter auszuscheiden. Und wenn man ehrlich ist, muss man angesichts der Leistung sagen: “Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.” Irgendwie war der Schlusspfiff nach 99 Minuten dann doch eine Erlösung. Aber der Reihe nach:

Schon als ich die Aufstellung sah, wurde ich skeptisch: Die im ersten Spiel gegen Mexiko enttäuschenden Sami Khedira und Mesut Özil fanden sich – natürlich auch teilweise verletzungsbedingt – in der Startelf wieder, der nach seinen Einwechslungen überzeugende Julian Brandt saß erneut nur auf der Bank. Deutschland war zwar spielbestimmend, aber die Chancen hatten die Südkoreaner, so z. B. nach einem Freistoß Heungmin Son in der 20. Minute, der fünf Minuten später erneut mit einem Volleykracher auf sich aufmerksam machte. Danach wurde das deutsche Spiel deutlich behäbiger. So ging es mit 0:0 in die Pause. In der zweiten Halbzeit gab es dann die erste echte Torchance durch einen Kopfball von Leon Goretzka für Deutschland. Es folgte noch ein Volleykracher von Timo Werner in der 50. Minute. Zeitgleich ging Schweden gegen Mexiko durch Ludwig Augustinsson in Führung, Deutschland war zu diesem Zeitpunkt raus aus dem Turnier. Und diese Nachricht sorgte nicht dafür, dass das deutsche Spiel besser wurde, ganz im Gegenteil: Mats Hummels musste zweimal in höchster Not klären. Schweden erhöhte auf 2:0 durch einen Foulelfmeter von Andreas Granqvist (62., schlecht, da wir zu dem Zeitpunkt zwei Tore brauchten) und 3:0 durch ein Eigentor von Edson Alvarez (74., eigentlich gut, ein Tor hätte genügt, dann wären Schweden und Deutschland weiter gewesen). Der einzige kämpferisch überzeugende Mats Hummels hatte kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit eine Kopfballchance alleine vor dem Tor, scheiterte aber. Südkorea konnte seine schnellen Konter aber auch nicht bis zum Ende durchspielen, und so gab es immer noch eine Chance aufs Weiterkommen – bis zur 92. Minute: ein zunächst wegen Abseits aberkanntes Tor von Younggwon Kim wurde nach Videobeweis doch noch gegeben, da der entscheidende Ball von Toni Kroos kam. Deutschland versuchte in Form von Manuel Neuer nochmal Druck nach vorne auszuüben, was aber nach hinten los ging: Heungmin Son nahm die Einladung an und sorgte in der langen Nachspielzeit, genauer gesagt in der 96. Minute, mit dem 2:0 für die Entscheidung.

Und so kann man nun sagen bzw. singen “Es ist vorbei, bye, bye Junimond”:

Erstaunlich offen, ehrlich und treffend, aber irgendwie auch erschreckend war das Statement von Manuel Neuer nach dem Spiel: “Ich denke, dass von uns allen die Bereitschaft nicht groß genug war und der Wille zu zeigen, dass wir bei dieser Weltmeisterschaft was reißen wollen. Spätestens bei der nächsten oder übernächsten Station wäre Halt gewesen für uns. Wir haben in keinem Spiel richtig überzeugt, wo wir sagen können, das war die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Das ist bitter und erbärmlich.”

Bundestrainer Jogi Löw ließ nach dem Spiel seine Zukunft zunächst offen, er war noch zu geschockt von der Nicht-Leistung seiner Mannschaft bei dem Turnier:

Und so kann man als Fazit ziehen:

bzw.:

Wenigstens gibt es jetzt das Deutschland-Trikot günstiger:

Ob man das beim Kauf an der Kasse gefragt wird?

Und was sollen wir jetzt machen?

Übrigens haben archäologische Ausgrabungen auf meinem Rechner einen alten Grabstein von 2002 hervorgebracht (nämlich von meiner ersten WM-Seite, als laufend Favoriten ausgeschieden waren), den ich prompt neu bemalt habe:

Dem geneigten Besucher wird auch aufgefallen sein, dass ich das Layout der Seite etwas geändert habe (Trauerhintergrund und den Header). So, damit ist das historische Ausscheiden Deutschlands bei einer WM (ein Vorrunden-Aus gab es bisher nur bei EMs) zur Genüge dokumentiert, wir befinden uns auf jeden Fall in guter Gesellschaft:

Am Abend spielten dann noch Serbien gegen Brasilien 0:2 (Paulinho (36.), Thiago Silva (68.)) und die Schweiz gegen Costa Rica 2:2 (1:0 Blerim Dzemaili (31.), 1:1 Kendall Waston (56.), 2:1 Josip Drmic (88.), 2:2 Yann Sommer (90./Eigentor)) – Brasilien damit Erster, die Schweiz Zweiter.

Somit kommt es zu folgenden weiteren Achtelfinal-Paarungen:

Brasilien – Mexiko

Schweden – Schweiz

Heute finden dann noch die letzten Gruppenspiele statt: Um 16 Uhr Senegal gegen Kolumbien und Japan gegen Polen, um 20 Uhr England gegen Belgien (da freue ich mich besonders drauf) und die unbedeutende Partie Panama gegen Tunesien.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*