Und Frankreich kann doch Fußball spielen…

Ich gebe zu, ich habe es bei dieser WM nicht mehr für möglich gehalten, aber es hat sich tatsächlich so zugetragen: Frankreich kann richtig gut Fußball spielen! Nach der maßlos enttäuschenden Nullnummer gegen Dänemark, die gleichzeitig den bisherigen Tiefpunkt der WM markierte, fand ein Achtelfinale statt, das sogar das 3:3 von Spanien gegen Portugal übertraf. Frankreich ging in der 13. Spielminute durch einen berechtigten Foulelfmeter von Antoine Griezmann nach einem Hackentritt von Marcos Rojo gegen Kylian Mbappé in Führung und dominierte danach die Partie, ließ es aber zu gemütlich angehen. So etwas rächt sich bekanntlich, und so war es auch in diesem Spiel: Nach einem Gewaltschuss von Angel di Maria aus 25 Metern stand es plötzlich 1:1 (41.). Nach der Pause kam direkt der nächste Dämpfer für die Franzosen: Drei Minuten nach Wiederanpfiff gab es einen Freistoß für Argentinien, in dessen Folge Gabriel Mercado den Ball über die Linie brachte (48.). Doch Frankreich konnte dagegen halten: Aus 20 Metern traf der Stuttgarter Benjamin Pavard aus 20 Metern ins obere linke Eck (57.) – ein Tor des Monats, darauf einen Trollinger! Von nun an war Frankreich wieder da, und nachdem der Torhüter der Argentinier, Armani, wie im gesamten Turnier erneut nicht gut aussah, erzielte Mbappé die Führung für die Franzosen (64.). Erneut Mbappé vollendete einen temporeichen Spielzug über Blaise Matuidi und Olivier Giroud zum 4:2 (68.). Argentinien konnte nur noch Ergebniskosmetik betreiben, was in der Nachspielzeit auch gelang: Nach langem Ball von Lionel Messi auf Sergio Agüero fiel das 4:3. Dabei blieb es auch, und somit steht Frankreich im Viertelfinale, Argentinien ist raus. Diese Bilder gehören damit auch der Vergangenheit an:

Und auch ein weiterer Selbstdarsteller darf sich vom Turnier verabschieden: Cristiano Ronaldo scheiterte mit Portugal gegen Uruguay. Bereits in der 7. Minute gelang Edinson Cavani durch einen Kopfball nach Flanke von Luis Suarez die Führung. In der 55. Minute konnte Pepe frei vor dem Tor zum Ausgleich köpfen. Doch bereits sieben Minuten später hämmerte erneut Cavani den Ball ins rechte Toreck – 2:1 für Uruguay. Dabei blieb es dann auch – und die Moral von der Geschicht: Mit einem einzigen Superstar gewinnt man vielleicht eine EM, aber keine WM (das gleiche gilt für Argentinien, die natürlich keine EM gewinnen können).

Frankreich und Uruguay sind damit im Viertelfinale. Heute folgen dann die Partien Spanien gegen den Gastgeber Russland und Kroatien gegen Dänemark, dieses Spiel werde ich bei Slivovic im Storchennest verfolgen.

Verfolgen tut einen natürlich auch noch das deutsche WM-Aus, einen sehr lesenswerten Artikel dazu gibt es in der FAZ: Elf Fremde.

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