Der Gastgeber und die Favoriten sind weiter…

Die von vielen (und besonders von einem Tippspiel-Teilnehmer, der sich bereits nach sechzig Minuten im ersten Spiel gegen Portugal auf den Weltmeister festgelegt hatte) hochfavorisierten Spanier sind seit vorgestern draußen – im Achtelfinal-Elfmeterschießen an Gastgeber Russland gescheitert. Die frühe spanische Führung in der 11. Minute durch ein Eigentor von Sergei Nikolajewitsch Ignaschewitsch konnte Artjom Sergejewitsch Dsjuba dreißig Minuten später durch einen Handelfmeter (Piqué war der Übeltäter) egalisieren. Fortan stellten sich die Russen größtenteils hinten rein und verteidigten  das Unentschieden bis zum Ende der Verlängerung. Im Elfmeterschießen trafen Fedor Smolov, Gerard Piqué und Sergei Nikolajewitsch Ignaschewitsch, bevor Koke für Spanien an Russlands Keeper Igor Wladimirowitsch Akinfejew scheiterte. Aleksandr Golovin, Sergio Ramos und Denis Dmitrijewitsch Tscheryschew waren wiederum erfolgreich, doch Iago Aspas scheiterte ebenfalls an Akinfejew, damit steht Russland erstmals seit dem Ende der Sowjetunion in einem WM-Viertelfinale – trotz 74% Ballbesitz von Spanien. Aber es war schon beeindruckend, wie ein krasser Außenseiter mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein den Goliath bezwingen kann – da kann sich “Die Mannschaft” eine Scheibe von abschneiden, und so gönne ich den Russen und ihrem sympathischen Trainer Stanislaw Salamowitsch Tschertschessow auch voll und ganz das Weiterkommen, zumal es für ein Turnier immer positiv ist, wenn der Gastgeber möglichst weit kommt.

Hier übrigens ein exklusives Bild aus dem Video Operation Raum der FIFA während des Spiels:

Im zweiten Spiel zwischen Kroatien und Dänemark musste dann ebenfalls ein Elfmeterschießen für die Entscheidung herhalten. Das Spiel begann zunächst spektakulär, Außenseiter Dänemark ging nach nicht einmal einer Minute und einem kroatischen Abwehr-Wirrwarr durch einen Flachschuss von Thomas Jörgensen aus fünf Metern in Führung. Nur drei Minuten später gab es auch in der dänischen Abwehr Chaos, Henrik Dalsgaard schoss mit einem missglückten Befreiungsschlag Andreas Christensen ins Gesicht, woraufhin der Ball Mario Mandzukic vor die Füße fiel, der zum 1:1 ausglich. Nach einer knappen halben Stunde scheiterte dann zuerst Martin Braithwaite frei vor Kroatiens Torhüter Danijel Subasic und auf der Gegenseite Kroatiens Ivan Rakitic mit einem Fernschuss an Dänemarks Torhüter Kasper Schmeichel. Dejan Lovren köpfte nach einem Freistoß noch knapp am rechten Pfosten vorbei, und vorbei war es danach auch mit der Herrlichkeit: Das Spiel verflachte in der zweiten Halbzeit zusehends und war hauptsächlich von Kampf und Krampf, aber auch zwei starken Defensiven bestimmt. Tore fielen keine mehr, es gab Verlängerung, in der Luka Modric in der 116. Minute mit einem Foulelfmeter an Kasper Schmeichel scheiterte.

Nachdem auch die Verlängerung keine Entscheidung brachte, gab es Elfmeterschießen: Dort scheiterte zunächst Christian Eriksen für die Dänen, doch Schmeichel hielt daraufhin gegen Milan Badelj. Simon Kjær, Andrej Kramarić sowie Michael Krohn-Dehli trafen, und auch Modric machte es dann das zweite Mal besser, Danijel Subašić hielt gegen Lasse Schöne, aber wieder war Schmeichel da und hielt den Schuss von Josip Pivaric. Nicolai Jørgensen scheiterte wiederum, der Torschütze zum 1:1, Ivan Rakitic hingegen traf, und so steht Kroatien im Viertelfinale, sehr zur Freude des Wirtes vom Storchennest, in dessen Lokal der Schnaps floss:

Eindeutiger war die Partie Brasilien gegen Mexiko gestern: Nach einer eher schwachen ersten Hälfte des Favoriten aus Südamerika drehte Brasilien in der zweiten Hälfte auf und ging durch Neymar nach Doppelpass mit Willian in der 51. Minute in Führung. Neymar war es dann auch, der in der 88. Minute auf Roberto Firminho passte, der für das 2:0 und damit für die Entscheidung in einem Spiel sorgte, bei dem ein brasiliansiches Weiterkommen in der zweiten Hälfte nicht mehr wirklich in Gefahr geriet. Überschattet wurde der souveräne brasilianische Sieg allerdings von den zahlreichen theatralischen Einlagen von Neymar.

Da war die Abendpartie von Belgien gegen Japan deutlich spannender und ereignisreicher: Der große Favorit Belgien tat sich gegen gut kämpfende und forsche Japaner schwer, und so dauerte es bis zur 25. Minute, bis es die erste Torchance für Belgien durch Romelu Lukaku gab. In der 44. Minute hätte der belgische Keeper Thibaut Courtois dann sogar fast ein Eigentor produziert. In Führung gingen die Japaner zu Beginn der zweiten Hälfte dann trotzdem durch Genki Haraguchi nach einem Konter (48.). Nachdem der Belgier Eden Hazard mit einem Pfostenkracher scheiterte, konnte Takashi Inui aus 20 Metern sogar auf 2:0 für Japan erhöhen (52.). Erst gut zwanzig Minuten vor Schluss kam Belgien durch einen Kopfball von Jan Vertonghen zum Anschlusstreffer. Danach nahm das belgische Spiel an Fahrt auf, und nach Flanke von Hazard sorgte wieder ein Kopfball, diesmal von Marouane Fellaini, für den Ausgleich (74.). Fortan wollten beide Mannschaften das Siegtor erzielen und es ging munter hin und her – erfolgreich waren dabei die Belgier: Kurz vor Abpfiff schloss Nacer Chadli einen Konter zum 3:2 erfolgreich ab (90.).

Damit stehen bereits folgende Viertelfinalpartien fest:
Uruguay – Frankreich
Brasilien – Belgien
Russland – Kroatien

Heute spielen noch Schweden gegen die Schweiz und Kolumbien gegen England um den Vertelfinaleinzug.Es dürften zwei recht ausgeglichene Partien werden.

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